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Dr. phil. Jörn Ahrens

Riskante Genealogien des Menschen. Biowissenschaften und filmische Narrationen der Herkunftsgefährdung

Die Studie analysiert Ängste vor einer Diffusion des Menschen als Gattungswesen, wie sie in Reaktion auf biotechnologische Szenarien im öffentlichen kulturellen, politischen und ethischen Diskurs kommuniziert werden. Untersucht wird die kulturelle Bearbeitung solcher Themen im Spielfilm, deren Artikulation in politischen Debatten zur Handhabung neuer Technologien sowie die daraus resultierenden kulturdiskursiven Interaktionen. Für die Analyse wird der von mir entwickelte Begriff einer „anthropologischen Angst“ leitend sein, der eine in der Gesellschaft als Latenz befürchtete Diffusion des Humanen umschreibt. Am empirischen Material wird die eigentümliche Verflechtung der Angst vor einem Herkunftsverlust des Menschen (als Gattung, aber auch als Individuum) mit imagologischen biowissenschaftlichen Möglichkeitshorizonten untersucht. Als Medium der Angst- und Kontingenzbearbeitung formulieren mediale Inszenierungen einen Vorstellungshorizont, dessen Analyse Aufschluß über die kulturellen Ängste vor einer Bedrohung der humanen Identität gibt. Das seit den 1980er Jahren in den populären Medien vermehrt verhandelte bio engineering, also die Fusion von Mensch, artifiziellem Leben und Technik ist hier signifikant. In solchen Inszenierungen spiegeln sich die gesellschaftlichen Diskurse zum Thema ebenso sehr, wie sie auf dieses zurückwirken. Insbesondere die motivische Herausarbeitung einer solchen Wechselwirkung und deren kultursoziologische Analyse steht im Mittelpunkt der Studie, die sich einer breiten empirischen Basis aus medialen Daten und Diskursbeiträgen bedient.