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Dr. phil. Lars Koch

(Re-)Figurationen der Angst. Mediale Typologien des „Monsters“ in der literarischen und filmischen Gegenwartskultur

Fokussiert auf die Inszenierung gesellschaftlich abnormer Täter analysiert das Projekt die gouvernementalitären Funktionspotenziale von Schläfern, Amokläufern und Serienmördern im Imaginären der westlichen Gegenwartskultur. Alle Figurationen eint eine spannungsgeladene Ambivalenz, die im Moment der Tat von Latenz in Dynamik umschlägt. In der Repräsentation absoluter Feindschaft leisten die Re-Figurationen der Angst die Übersetzung allgemeiner Unsicherheitsgefühle in konkrete Furcht-Narrative, welche die der symbolischen Ordnung zugrunde liegenden Zonen der Unentscheidbarkeit beschreibbar werden lassen. Vor diesem Hintergrund will das Projekt Passagen zwischen verschiedenen Diskurs-, Wissens-, Wahrnehmungs- und Erfahrungsräumen rekonstruieren: Erstens Theorien und Praktiken politischer Ordnung, zweitens Epistemologien der Gefahr, drittens Poetologien der Angst und viertens kulturelle Codierungen des Sittenmonsters als dem figuralen Epizentrum aktueller Angst-Konjunkturen.