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Dr. Maren Lickhardt

Leerstellen der Angst

Das Projekt "Leerstellen der Angst" beschäftigt sich mit der narrativen Repräsentation und Evokation von Angst in der Literatur. Der Begriff der Leerstelle verweist zunächst auf die Unterbestimmtheit des Begriffs "Angst", der diskursiv kaum fassbar ist, dennoch allerorts zirkuliert und je spezifisch aufgeladen wird. Die semantischen Bearbeitungen und narrativen Techniken, mit denen Angst in der Literatur auftaucht, spielen mit der Schemenhaftigkeit des Begriffs, wodurch schließlich Leerstellen im narratologisch-rezeptionsästhetischen Sinn entstehen, die mit dem entsprechenden textwissenschaftlichen Instrumentarium dingfest gemacht werden sollen. Von Edgar Allen Poe bis hin zu Stefan Zweig und Alfred Döblin lässt sich Angst jenseits kultureller Zuschreibungen als Textphänomen aufzeigen, das zwischen Vagheit und Übercodierung changiert. Letztlich handelt es sich bei dem Projekt um den Versuch, auf möglichst abstrakter, struktureller Ebene zu beschreiben, wie Emotion und Ausdruck literarisch verbunden werden können bzw. welche Beschreibungsmöglichkeiten in der Literaturwissenschaft zur Verfügung stehen, um diese Konstellation sichtbar zu machen.